Neu im Job? 3 Tipps, um schneller im Team anzukommen

So klappt ein guter Arbeitsstart in den neuen Job.

„Jeder Anfang ist schwer“, könnte man jetzt sagen. Doch auch der bekannte Satz von Hermann Hesse – „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – ist genauso richtig. Vor allem dann, wenn es um die mentale Haltung beim Start in einen neuen Job geht.

Denn ob wir schnell und gut in einem neuen Team ankommen, uns wohlfühlen und vielleicht schon bald gemeinsam mit den Kolleg:innen das Sommer- oder Weihnachtsfest planen, hängt nicht nur von der vorherrschenden Unternehmenskultur, den Kolleg:innen oder der Führungskraft ab. Auch die eigene Haltung und die eigene Vorgehensweise beim Einstieg in die neue berufliche Rolle sowie beim Socializing spielen eine entscheidende Rolle.

In meiner Arbeit als Beziehungsgestalterin, Coach und Teamentwicklerin unterstütze ich Menschen dabei, gut in einem neuen Team anzukommen. Denn in meinen Business-Coachings in Köln-Ehrenfeld erlebe ich immer wieder, dass der Wechsel von der alten zur neuen Wirkstätte mit kleinen Holperern verbunden ist. In Aufstellungen oder Reflexionsformaten zeigt sich dann oft, dass die eigene innere Haltung schon einmal geprägt ist von Gedanken wie:

  • Erst einmal auf Distanz gehen

  • Der kritische „Was läuft hier falsch?“-Blick

  • Die „Ich lasse erst einmal alles auf mich zukommen“-Haltung

Dann wird es schwieriger, wirklich anzukommen und sich proaktiv im Sinne der Vision oder des Teams einzubringen.

  • „Bei uns in der Firma haben wir das aber so gemacht.“

  • „Ich habe das aber so …“

  • „Warum macht ihr das so oder so? Anders wäre doch viel besser."

oder ein starker Ich-Fokus können ungewollt Distanz im neuen Team schaffen. Gleichzeitig erlebe ich auch häufig, dass innerlich ein Teil noch am alten System hängt und noch nicht wirklich die Bereitschaft da ist, sich auf etwas Neues einzulassen.

Zugegeben: Diese Reaktionen sind natürlich verständlich – schließlich bringt ein neuer Arbeitsplatz immer auch Unsicherheit mit sich. Doch hilfreich sind diese Haltungen nicht, wenn es darum geht, eine gute Verbindung zu neuen Kolleg:innen aufzubauen.

Beziehung aufbauen im neuen Team: Haltung und Verhalten zählen

Um mit Kolleg:innen gut in Kontakt zu kommen und ein positives Arbeitsverhältnis aufzubauen, braucht es eine Mischung aus proaktivem Verhalten, ehrlichem Interesse und natürlich auch Respekt gegenüber Bestehendem. Oft sind es kleine Dinge, die viel bewirken: ein kleiner Plausch bei der gemeinsamen Kaffeepause oder die eigene Vorstellung beim Eintritt in die Firma.

Neben einer offenen inneren Ja-Haltung zum neuen System spielen auch systemische Ordnungsprinzipien eine Rolle. Wenn Sie neu in ein Team kommen, kann es sehr hilfreich sein, sich diese bewusst zu machen.

3 systemische Regeln, die helfen, Irritationen im Team zu vermeiden

1. Das Alte hat Vorrang vor dem Neuen

In vielen Systemen gilt ein unausgesprochenes Prinzip: Früher hat Vorrang vor später.

Das bedeutet: Menschen, die schon länger im Team sind, haben Strukturen aufgebaut, Erfahrungen gesammelt und Herausforderungen gemeistert.

Wenn diese Leistungen nicht anerkannt und gewürdigt werden, können sich Mitarbeitende leicht übergangen fühlen. Dann dauert es mit dem Aufbau der Beziehungsebene in der Regel etwas länger. Deshalb gilt beim Einstieg in ein neues Team:

Erst das Bestehende würdigen!

2. Gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung

Und noch einmal: Es wirkt oft erstaunlich viel, wenn neue Mitarbeitende offen anerkennen, was im Team bereits entstanden ist. Wenn Sie sich Zeit fürs Kennenlernen nehmen, zahlt das auch auf das Wertschätzungskonto ein.

Zum Beispiel:

-> Respekt für die aufgebauten Strukturen zeigen

- > Interesse an den Kolleg:innen zeigen

-> sich bewusst Zeit für Gespräche nehmen

Warum nicht einmal proaktiv Kolleg:innen auf einen Kaffee einladen?

Nehmen Sie sich Zeit für den Beziehungsaufbau im Team!

Beim Einstand ein selbstgemachter Kuchen mitbringen: Da freut sich das Team.

Den neuen Kollegen:innen Zeit schenken.

3. Gleichgewicht von Geben und Nehmen

In meiner Ausbildung zur teamdynamischen Trainerin habe ich das Mentoring-Modell praxisnah erlebt: Die „alten Hasen“ im System unterstützen die neuen Teilnehmenden, indem sie ihnen erklärten, wie das Ausbildungssystem abläuft.

Die neuen Teilnehmer:innen hatten dann auch die Aufgabe, Fragen zu stellen, Interesse zu zeigen und natürlich auch den Mentor anzuerkennen.

So entstand ein natürlicher Austausch: Die Erfahrenen gaben ihr Wissen weiter, die Neuen brachten frische Perspektiven ein.

Ein Team, in dem die Energie fließt, zeichnet sich durch ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen aus. Und: Man kann nur so viel aus dem Team herausholen, wie man hineingibt.

Klar, dass neue Mitarbeiter:innen am Anfang in der Regel mehr herausholen, weil sie die Unterstützung brauchen und von den bereits bestehenden Strukturen profitieren. Deshalb ist es gut, mit Aufmerksamkeit, Dankbarkeit oder Interesse die Balance von Geben und Nehmen hochzuhalten.

Vielleicht bringen Sie beim Einstieg einmal einen Kuchen oder eine Kleinigkeit als Einstand mit. Und stellen Sie ruhig einmal die Frage: „Durch was kann ich das Team gut unterstützen?“

Ein vorletzter Gedanke

Suchen Sie beim Eintritt und auch beim Kennenlernen neuer Kolleg:innen nach Gemeinsamkeiten. Denn Gemeinsames verbindet.

Und dann kann es auch helfen, bewusst die Vielfalt und Andersartigkeit im Team zu bestaunen und als Stärke wahrzunehmen.

Vielleicht haben Sie beim Lesen eine Idee davon bekommen, wie Sie Ihren Eintritt in ein neues Team gut gestalten können.

Und wenn dem nicht so ist und Sie noch unschöne Erfahrungen aus dem vorherigen Arbeitskontext mit sich tragen, kann es hilfreich sein, diese Erfahrungen oder den damit verbundenen Stress in einem Coaching zu reflektieren und zu lösen, damit Sie sich wieder unbefangen dem neuen Zauber hingeben können.

Nun heißt es: viel Freude im neuen Team.
Auf eine gute Begegnungskultur im Team!

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