3 Coaching-Methoden vorgestellt.

Die drei folgenden Coaching-Methoden haben sich in meinen Business-Coachings bewährt.

1. Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch

Frau Meyer kommt zu mir ins Coaching, um ihre beruflichen Stärken kennenzulernen und sich auf ein Bewerbungsgespräch ideal vorzubereiten. Dabei stelle ich gerne mittels Figuren die bisherigen Arbeitsstellen in einem Zeitstrahl auf. Bei dieser Coaching-Intervention fokussiere ich auf Erfolge und die diese zugrundeliegenden Fähigkeiten sowie auf Motivatoren u. ä. Hierbei zeigt sich dann auch im vorliegenden Beispielfall, ob irgendwo noch „offene Themen“ sind, die Frau Meyer heute noch belasten.

Diese offenen Themen können eine Kündigung, eine unschöne Trennung vom vorherigen Arbeitgeber oder ein ehemaliger Konflikt mit Vorgesetzten oder Kollegen sein. Dies alles kann heute noch ein stressiges Gefühl auslösen, was Frau Meyer durch ihre Körperhaltung und ihre Erzählweise zeigt.

MERKE: Denn Situationen, die uns unter die Haut gegangen sind und zu groß waren, um nachts in der REM-Phase verarbeitet zu werden, hat unser Gehirn noch nicht ganz „bewältigt“. Wir haben dann das Gefühl, die Belastung ist noch nicht vorbei.

Stellen Sie sich dies als Metapher vor: Sie waren einkaufen und haben alle Lebensmittel in (Kühl-)Schränke verstaut. Nur ein Paket ist so groß, dass Sie es noch nicht wegräumen konnten. Es erinnert Sie jetzt ständig daran, noch einen geeigneten Platz in den Schränken zu finden. Sie sind so absorbiert und blockiert von dem Thema, dass auch der nächste Einkauf Sie viel Energie und Kraft kosten kann.

Hierbei spricht man dann von einem posttraumatischen Stress, der durch die Winktechnik „Wingwave“ aufgelöst werden kann. Frau Meyer kann nun, wie in unserem Beispiel erwähnt, beim Bewerbungsgespräch entspannt statt gestresst auf die Fragen antworten. Hat sie doch wieder genügend Energiereserven „für ihren nächsten Einkauf“ frei.

Mit anderen Worten: erst jetzt können Frau Meyer und ich uns ganz auf ihre Fähigkeiten und Stärken konzentrieren, die sie für ihr Gespräch braucht.

Auch in vielen anderen meiner Coaching-Sitzungen hat sich gezeigt, dass frühere Konflikte, unangenehm empfundene Gespräche, Leistungsbeurteilungen, Versetzungen, negativ erlebte Präsentationsauftritte, ein schlecht gelaufenes Assessment-Verfahren oder ähnliches auch heute noch Energie binden können.

Deshalb ist mein Motto: Erst Blockaden lösen – dann Ressourcen aktivieren.

Wingwave-Coaching wende ich auch bei der Verarbeitung von Stress durch Unfälle, Konflikte im privaten Bereich, Scheidungen oder z. B. negative Zahnarzterlebnisse an.

2. Störenden Glaubenssatz erkennen und auflösen

Herr Müller kommt ins Business-Coaching und klagt über den hohen Arbeitsaufwand, der ihm immer mehr über den Kopf zu wachsen droht. Im Coaching-Gespräch erklärt dann Herr Müller: „Ich kann einfach nicht nein sagen!“

So ein Satz fällt häufig nebenbei, weshalb dessen Konsequenzen dem Klienten häufig nicht bewusst sind. Ebenso wenig das darin enthaltene begrenzte Verhaltensrepertoire. Bei der Erklärung von Herrn Müller handelt es sich um einen einschränkenden Glaubenssatz bzw. eine Ich-Botschaft, die häufig im Kindes- oder Jugendlichenalter bzw. frühen Erwachsenenleben entstanden ist. Im Schema-Coaching werden diese Sätze durch das Bewusstmachen auf der kognitiven, der emotionalen und auf der Verhaltensebene erarbeitet sowie durch Imaginationstechniken bearbeitet.

Für unser Fallbeispiel heißt das: Herr Müller spürt, welche Auswirkungen der Satz bei ihm emotional bewirkt. Er fühlt den Druck, ist traurig, die Körperhaltung ist entsprechend. Auf der Verhaltens- bzw. Bewältigungsebene kann er also schon erkennen, wie er handelt, wenn er sich im übertragenen Sinne sagen hört: „Ich kann nicht nein sagen“.

Er arbeitet immer schneller, hört seinem Gegenüber nicht mehr zu,
wird kurzatmig,
seine Gedanken kreisen permanent und
er kann nachts vor lauter Grübelei nicht einschlafen.

Nachdem er gesehen hat, welche Auswirkungen dieser Satz mit sich bringt, können wir jetzt an einem für ihn förderlichen Satz arbeiten sowie die dazugehörige Verhaltensweise besprechen.

Wer den Satz: „Das schafft du nie“ verinnerlicht hat, verfällt vielleicht in blinden Aktionismus. Wer sich die innere Botschaft: „Du musst dich um alles kümmern“ zu eigen gemacht hat, der verspürt vielleicht Druck und leistet Überstunden ohne Ende.

Negative Ich-Botschaften bzw. Glaubenssätze zu identifizieren und durch förderliche Sätze zu „ersetzen“ ist eine kraftvolle Intervention, die ich gerne und mit Erfolg im Coaching anwende.

3. Berufliche Situationen gestärkt bewältigen

In unserer Gesellschaft haben wir eher die Tendenz, uns mehr auf unsere Schwächen statt auf unser Stärken zu konzentrieren. So auch die Klienten, die sich in einem Coaching auf neue Herausforderungen vorbereiten möchten. Neben der Schwächenfokussierung kommt häufig noch die „Was-kann-alles-schief-gehen-Haltung“ hinzu. Wir stellen uns dann Fragen wie: „Was kann alles schief gehen?“ „Werde ich es schaffen?“ „Was ist, wenn…?“

Dies alles sind normale menschliche Verhaltensweisen, die leider, wenn Sie als alleinige Vorbereitungsstrategie eingesetzt werden, nicht zum Erfolg führen.

Im Coaching erarbeite ich mit den Klienten, welche Ressource sie für die anstehende Leistungssituation benötigen. Unterschiedliche Methoden aus dem NLP, dem Mentaltraining, der Selbsthypnose helfen hier hervorragend, den Klienten in seinen gewünschten Performance-Zustand zu bringen.

Denn vor Leistungssituationen verspüren vielen Menschen Unsicherheit und verstärken diese noch durch eine Fokussierung auf die eigenen Schwächen. So transportieren sie diese im Sinne der „selbsterfüllenden Prophezeiung“ in die zukünftige Situation. Ziel im Coaching ist es, die zukünftige Situation im Hier und Jetzt ressourcevoll zu erleben, um dann in der tatsächlichen Leistungssituation auf das bereits im Gehirn verankerte „Performance“-Verhalten zurückgreifen zu können.

Besonders hilfreich hat sich die Stärkenorientierung vor Bewerbungsgesprächen, vorm Abitur, überhaupt vor Prüfungen jeglicher Art, beim Antritt einer neuen Arbeitsstelle oder z. B. vor der Teilnahme an einem Assessment-Center erwiesen. Auch für Klienten, die zu Selbstzweifeln neigen und sich viele Sorgen machen, wirkt ein Stärken- und Ressourcen orientierter Coaching-Prozess stärkend.

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